Pädagogisches Konzept

Kinder lernen am besten, wenn sie selbst entscheiden dürfen, womit sie sich beschäftigen. Wir begleiten sie dabei – mehr, als wir sie anleiten.

Unser Leitsatz

Tu nichts für Kinder, mach alles mit Kindern und trau ihnen möglichst viel zu.

Wir arbeiten nach dem situationsorientierten Ansatz. Das heißt: Wir geben nicht vor, was als Nächstes drankommt, sondern schauen, was die Kinder gerade beschäftigt – und machen daraus unsere Themen.

Wie wir die Entwicklung begleiten

Situationsorientiert heißt nicht beliebig. Wir beobachten, wie sich jedes Kind entwickelt, und halten das schriftlich in der Bildungsdokumentation fest, die wir für jedes Kind führen.

Im Team besprechen wir regelmäßig, wo ein Kind gerade steht und was es als Nächstes braucht. Dabei richten wir uns nach dem tatsächlichen Entwicklungsstand, nicht nach dem Alter. Kinder im selben Alter sind selten am selben Punkt. Zwei Fünfjährige können in ganz unterschiedlichen Dingen stark sein, und das ist so auch völlig in Ordnung.

Einmal im Jahr setzen wir uns mit euch zusammen und besprechen, was wir beobachtet haben und möchten mit euch in den Austausch über euer Kind gehen. Zwischendurch gilt: Sprecht uns an, wann immer euch etwas beschäftigt.

Wir arbeiten mit der Entwicklungsschnecke und mit BaSiK, einem Verfahren zur Begleitung der Sprachentwicklung. Beides sind anerkannte Beobachtungsinstrumente, die uns helfen, Entwicklungsschritte systematisch festzuhalten statt nach Gefühl.

Kinder entscheiden mit

In unseren regelmäßigen Kinderkonferenzen besprechen wir Regeln, verteilen Aufgaben und nehmen Wünsche auf. Was die Kinder dort beschließen, gilt – auch wenn es uns manchmal überrascht.

Jedem neuen Kind stellen wir ein älteres Kind als Paten zur Seite. Die Paten zeigen wo was steht, wie die Dinge bei den Pünktchens und Antons funktionieren und gehen an der Hand mit zum Spielplatz. Für die „Großen“, unsere zukünftigen Schulis, ist das eine echte Aufgabe und man merkt, wie stolz sie über diese Verantwortung sind und wie sie daran ganz unkompliziert wachsen.

Was wir mitgeben wollen

Die Jahre vor der Einschulung sind entscheidend. Hier entsteht die Grundlage für alles, was später kommt. Man könnte es mit einem Koffer vergleichen, der für eine lange Reise gepackt wird.

»Was vergessen wird, steht später nicht mehr zur Verfügung, wenn es gebraucht wird.«

Was gehört also hinein? Soziale Kompetenzen – Rücksicht nehmen, sich in eine Gruppe einfügen, eigene Interessen auch mal zurückstellen, Neugier und Begeisterungsfähigkeit, Geschulte Sinne, Fantasie, Grob- und Feinmotorik. Ganz wichtig sind uns Werte, die den Umgang mit anderen und mit der Umwelt bestimmen.

Wir wünschen uns, dass unsere Kinder keine Einzelkämpfer werden und Toleranz und Verantwortung für sich selbst und für andere lernen.

Englisch, ganz nebenbei

Zahra kommt seit 1995 zweimal in der Woche für jeweils viereinhalb Stunden zu uns. Sie ist Muttersprachlerin und keine Erzieherin, und genau das ist der Punkt: Kinder lernen eine Sprache nicht über Unterricht, sondern über Menschen, mit denen sie sie sprechen.

Ihr Prinzip ist einfach. Ein Kind fragt sie etwas auf Deutsch – sie antwortet auf Englisch und übersetzt gleich mit. Nach kurzer Zeit ist das für die Kinder völlig normal. Und dann kommt der Moment, in dem sie von selbst anfangen, auf Englisch zu sprechen.

Dienstags ist Zahra im Gruppenalltag einfach dabei. Sie übernimmt an diesem Tag auch unseren täglichen Morgenkreis (Dienstags dann circletime). Freitags arbeitet sie in Kleingruppen zu einem Thema, abgestimmt auf das, was in der Kita gerade läuft. In diesen Kleingruppen trauen sich sehr oft auch die stilleren Kinder mehr beizutragen. Bei Ausflügen kommt Zahra ebenfalls oft mit.

Es gibt keine Vokabeln und keine Lernsituation. Es gibt eine Person, mit der man Englisch spricht, weil sie eben Englisch spricht. Was bleibt, ist der Stolz der Kinder, wenn sie merken: Das kann ich.

Viele Herkünfte, ein Haus

Die Kinder bei uns kommen aus unterschiedlichen Familien, mit unterschiedlichen Sprachen und Gewohnheiten. Das ist bei 22 Kindern mitten in der Stadt normal und wir behandeln es auch so.

Feste und Bräuche verschiedener Kulturen greifen wir auf, wenn sie in der Gruppe eine Rolle spielen. Wenn ein Kind eine Sprache spricht, die die anderen nicht verstehen, ist das kein Problem, sondern interessant.

Die Kinder erleben Unterschiede, bevor sie lernen, sie für ungewöhnlich zu halten.

Wir sind ein Haus, in dem Kinder forschen

Wir sind von der Stiftung Kinder forschen zertifiziert und rezertifizieren uns alle zwei Jahre – zuletzt 2025. Die Stiftung, früher „Haus der kleinen Forscher“, steht für frühe Bildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Bundesweit tragen nur etwa 6.500 Einrichtungen dieses Siegel.

Bei uns heißt das: Experimente mit Farben und Naturfarben, dem Wasserkreislauf nachgehen, Kompostieranlagen bauen mit der Awista, eine eigene Forscherecke. Eltern mit naturwissenschaftlichem Beruf sind als Expertinnen und Experten herzlich willkommen.

Rezertifizierung 2025 für die Stiftung Kinder forschen

Draußen, jeden Tag

Wir haben nur unseren kleinen Innenhof, aber dafür den Spielplatz direkt nebenan. Dort sind wir täglich, bei fast jedem Wetter. Für den Spielplatz haben wir die Patenschaft übernommen. Wir schauen nach dem Rechten, melden, wenn etwas kaputt ist, und die Kinder erleben, dass man sich um einen Ort kümmert, den man nutzt.

Einmal in der Woche turnen wir in der benachbarten Grundschule. Dazu kommen viele Ausflüge, z.B. regelmäßige Waldtage. Weiche Böden, Stöcke, Geräusche, Tiere, kein Verkehr – für manche Kinder eine ganz eigene Erfahrung.

Die Vorschulkinder machen mit der Polizei ihren Fußgängerführerschein. Bei uns in der Carlstadt führt fast jeder Weg über eine befahrene Straße. Das üben die Kinder, damit sie später auch allein zur Schule gehen können.

Unsere essbare Kita

Wir haben kein eigenes Außengelände, aber einen Innenhof. Diesen Innenhof haben wir gemeinsam mit den Kindern in eine kleine grüne Oase verwandelt, gefördert von der Stadt Düsseldorf im Projekt „Essbare Kita“.

Die Kinder haben das Hochbeet selbst befüllt, Schicht für Schicht und die Setzlinge eingepflanzt.

Danach hieß es gießen, beobachten, warten. Aus dem Schnittlauch wurde Kräuterquark, die Tomaten wanderten teils direkt in den Mund, die Erdbeeren sowieso. Und im ersten Jahr wuchsen zwei Äpfel. Das hat den Kindern mehr über Geduld beigebracht als jede Erklärung.

Jedes Frühjahr geht es von vorne los – samt Verhandlungen mit den Kindern, was diesmal ins Beet kommt.

Woher die Dinge kommen – und wohin sie gehen

Seit 2018 sind wir als Faire KiTa ausgezeichnet. Dahinter steht ein einfacher Gedanke: Kinder sollen verstehen, woher ihr Essen kommt und was mit ihrem Müll passiert.

Im Hochbeet fängt es an. Wer eine Tomate vom Samen bis zur Frucht begleitet, weiß: Sie wächst nicht im Supermarkt. Wir besuchen außerdem regelmäßig Hühner und sammeln dort Eier. Auch das ist etwas anderes als die Packung aus dem Regal zu nehmen.

Mit der Verbraucherzentrale haben wir uns den Müll vorgenommen. Aus Altpapier haben die Kinder neues Papier geschöpft. Wir trennen in der Kita konsequent, verarbeiten Papier und Kartonage im Kreativbereich weiter und sammeln regelmäßig Müll im Stadtteil ein, nicht nur auf unserem Spielplatz.

Als Nächstes stehen eine Imkerei auf dem Programm und der Weg vom Schaf zur Kleidung.

Das ganze Konzept

Alles ausführlich, von den Bildungsbereichen bis zur Bildungsdokumentation. Diese Kurzfassung bekommt ihr auch bei Vertragsabschluss.

→ Kurzfassung der Konzeption (PDF, 5 Seiten)